Russland

Russland: Kurs des US-Dollars überschreitet Marke von 96 Rubel, Euro steigt auf über 106 Rubel

Der Rubel steht unter Druck. Dafür gibt es mehrere Ursachen, hauptsächlich sind es die Sorgen ob des Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage nach Devisen auf dem Markt.
Russland: Kurs des US-Dollars überschreitet Marke von 96 Rubel, Euro steigt auf über 106 RubelQuelle: Gettyimages.ru © Sefa Karacan/Anadolu Agency

Der US-Dollar-Wechselkurs stieg um 1,3 Rubel oder 1,37 Prozent auf 96,285 Rubel zum Zeitpunkt 17:50 Moskauer Zeit am Freitag, nach den Daten der Moskauer Börse. Das letzte Mal, dass der US-Dollar mit über 96 Rubel gehandelt wurde, war vor mehr als einem Jahr, am 28. März 2022.

Der Euro legte um 2,82 Rubel bzw. 2,73 Prozent auf 106,05 Rubel zu. Die europäische Währung wird zum ersten Mal seit dem 25. März 2022 mit über 106 Rubel gehandelt.

Beide Währungen korrigierten bis zum Handelsschluss am Freitag leicht. Der US-Dollar schloss bei 95,685 Rubel, der Euro bei 105,6125.

Der Druck auf den Rubel wird von mehreren Schlüsselfaktoren ausgeübt. In erster Linie handelt es sich um ein unzureichendes Angebot an Devisen, das durch die Verringerung der Exporteinnahmen aufgrund von Sanktionsbeschränkungen und der Geopolitik sowie durch die freiwillige Verringerung der Ölexporte Russlands zur Stützung der Weltmarktpreise verursacht wird, so der Experte Dmitri Babin.

Die Nachfrage nach Devisen bleibt hoch, da sich die Importe erholen und russische Privatpersonen und Gebietsfremde ihr Bargeld aus dem Land abziehen, so der Experte. Gleichzeitig reicht die Verbesserung der Lage auf dem Rohstoffmarkt noch nicht aus, um das Ungleichgewicht auf dem russischen Devisenmarkt deutlich zu verringern.

Im Juli stiegen die Preise für russisches Öl spürbar. Dieser Anstieg wirkt sich jedoch mit einer gewissen Verzögerung auf die Einnahmen der exportierenden Unternehmen aus, sodass dieser Faktor den Rubelkurs derzeit nicht wesentlich stützt, so der Experte Anton Krawtschenko.

Darüber hinaus hängt die derzeitige Schwäche des Rubelkurses wahrscheinlich mit dem Ende des Steuerzeitraums sowie mit der Erwartung zusammen, dass die Bank von Russland im Rahmen der Haushaltsregel mit dem Ankauf von Devisen für das Finanzministerium beginnen könnte, da der derzeitige Rubelkurs und die Ural-Ölpreise das Volumen der Öl- und Gaseinnahmen über das Basisniveau hinaus implizieren, so Krawtschenko.

Der Euro-Wechselkurs zeigt eine überdurchschnittliche Performance, was auf seine Stärkung auf den Weltmärkten zurückzuführen ist, so die Analysten. Auf dem internationalen Devisenmarkt überschritt der Euro-Dollar-Kurs erneut die Marke von 1,1 und könnte vor dem Hintergrund schwächerer Daten über die Zahl der neuen Arbeitsplätze in den USA (187.000, erwartet wurden 200.000) sogar noch höher steigen.

Im Allgemeinen wiederholt der russische Markt das Szenario von Ende Juni bis Anfang Juli, als unter den Bedingungen einer geringen Devisenliquidität und eines mangelnden Angebots an Devisenerlösen die erhöhte Nachfrage nach Devisen durch eine Reihe von Hauptakteuren die Position der russischen Währung stark schwächte, so Juri Krawtschenko, ein weiterer Experte.

Die Ökonomin Natalija Orlowa glaubt, dass der US-Dollar-Kurs noch weiter fallen könnte. Sie geht davon aus, dass der Kurs bereits im August im Bereich von 95 bis 100 Rubel liegen könnte.

Mehr zum ThemaRussische Zentralbank erhöht den Leitzins auf 8,5 Prozent

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.