Deutschland

Journalistin sah sich zur Flucht aus Deutschland gezwungen – wegen Verwendung des Buchstabens "Z"

Um die Pressefreiheit war es hierzulande bekanntlich schon einmal besser bestellt. Das Berufsgeheimnis wird von Behörden zunehmend missachtet. Allein die Verwendung eines "falschen" Buchstabens in Social-Media-Kanälen kann eine Hausdurchsuchung zur Folge haben, um missliebige Recherchen abzuwenden.
Journalistin sah sich zur Flucht aus Deutschland gezwungen – wegen Verwendung des Buchstabens "Z"Quelle: AFP © Natalia KOLESNIKOVA / AFP

Eine Journalistin, die über den Verkauf ukrainischer Waffen in europäischen Ländern recherchierte, musste, wie RIA Nowosti berichtet, wegen der Verwendung des Buchstabens Z aus Deutschland fliehen. Dies erklärte ihr Kollege, der als Producer bei einem unabhängigen Fernsehsender arbeitet, gegenüber der Nachrichtenagentur.

Die junge Frau lebt in Russland und Deutschland, ist mit einem deutschen Staatsbürger verheiratet und hat einen Aufenthaltstitel. Die Journalistin ist für die russischen Medien Wsgljad sowie Zargrad tätig und arbeitet mit einer kleinen Fernsehgesellschaft zusammen, die Filme für RT produziert.

"Sie hat jetzt an einer Recherche für den Sender RT mitgearbeitet. Wir unabhängigen Journalisten führen eine große Recherche über den Verkauf von ukrainischen Waffen durch. Sie suchte nach Leuten [für Filmaufnahmen – Anm. d. Red.] und machte Kontakte",

erzählte der Gesprächspartner. Vor einigen Tagen besuchte die Journalistin ihren Mann in einer kleinen Stadt in der Nähe von Frankfurt am Main.

"Es ist mitten im Nirgendwo. [...] Und gestern kamen mehrere Polizeiautos zu ihrem Haus. Allein ins Haus kamen zehn Polizisten. Sie durchsuchten die Wohnung und nahmen alle Computer und Telefone mit. Sie zeigten ihr einen Durchsuchungsbefehl und einen Beschlagnahmebeschluss, weil sie, wie sie sagen, den Krieg unterstützt",

erklärte der Producer. Der Gesprächspartner der Agentur vermutete, dass die Journalistin durch ihre Äußerungen in sozialen Netzwerken die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden auf sich gezogen hatte.

"Der Buchstabe Z war vor vielen Monaten in einem ihrer Posts",

sagte er. Nach der Durchsuchung befürchtete die junge Frau, strafrechtlich verfolgt zu werden, und beschloss, in einem akuten Notfall über Dubai nach Russland zu fliegen. Sie traf am Freitag in Moskau ein.

Der Buchstabe Z, eines der Abzeichen auf der russischen Militärausrüstung, ist zu einem inoffiziellen Symbol der Unterstützung für die Sonderoperation in der Ukraine geworden.

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