Schweiz

Anti-Tagi: Verteidigungsminister zittert vor Moskau, SRF dreht durch, Netz lacht über Merz

Anti-Tagi startet ins Wochenende: mit dem täglichen Russland-Überblick aus Medien und Social Media. Die neue RT-DE-Watchdog-Kolumne vergleicht, prüft nach und widerspricht dort, wo es angebracht ist. Denn manchmal lohnt sich ein zweiter Blick.
Anti-Tagi: Verteidigungsminister zittert vor Moskau, SRF dreht durch, Netz lacht über MerzQuelle: RT

"Die Schweiz ist ein Ziel für Moskau"

Der Chef der Schweizer Armee, Korpskommandant Benedikt Roos, warnt vor einer wachsenden Bedrohung. Die Schweiz sei heute "mehr denn je Teil der westlichen Welt" und könne deshalb zum Ziel Moskaus werden.

Roos spricht von einem "Kampf der Systeme": hier die "freie demokratische Welt", dort "autoritäre" Staaten. Besonders aufmerksam verfolgt die Armee unbekannte Drohnen über kritischer Infrastruktur. Noch seien diese nicht mit Sprengstoff bestückt. "Aber das könnte auch bei uns passieren", sagt Roos.

Auch bei der Abwehr von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen sieht der Armeechef grosse Lücken. Seine frühere Einschätzung "Wir haben nichts. Null" gilt im Wesentlichen weiterhin.

Doch Roos sieht die Bedrohung längst nicht mehr nur bei Raketen. "Wir sind keine stille Oase mehr", sagt der Armeechef. Für die Schweizer Bevölkerung klingt das weniger nach neuer Erkenntnis als nach einer ziemlich späten Entdeckung.

Was Roos natürlich nicht erwähnt: In seiner "freien demokratischen Welt" werden Verträge unterschrieben, ohne sie richtig zu lesen. Bei der UBS-Lobby wird politisch schon mal kräftig mitgeredet. Und über die Vorwürfe rund um die Walliser Staatsanwaltschaft oder die Polizeiaffäre in Uster spricht man besser gar nicht erst. Solche korrupte Dinge passieren schliesslich nur im "bösen" Russland.

Und dann wäre da noch die Milliarden-Affäre rund um Viola Amherd. Mehrere Milliarden an Korrekturen bei den Verteidigungsfinanzen, und trotzdem stellt sich die Frage: Warum darf die ehemalige Bundesrätin noch immer den Bundesratsjet benutzen?

Die Bundeskanzlei sagt: Alles gut. Alt-Bundesrätin Amherd gehört schliesslich noch zur Familie. Aber Hauptsache, der Armeechef erklärt uns, wo die "freie demokratische Welt" endet und Moskau beginnt.

Beim Schweizer Fernsehen ist der Russophobie-Modus wieder auf Sendung.

Kaum eine Wahl in Europa, bei der russische Desinformationskampagnen fehlen dürfen. "Matrjoschka", "Operation Overload", "Sturm-1516" und der angebliche Einfluss auf die Landtagswahlen in Deutschland werden ausführlich aufgezählt.

Und wie es sich für das bewährte Rezept gehört, darf neben der AfD natürlich auch das Etikett "rechtsextrem" nicht fehlen.

Friedrich Merz steckt tief im Umfragetief. Nur 15 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 84 Prozent dagegen unzufrieden.

Beim Kanzler selbst sieht es noch schlimmer aus: Gerade einmal 13 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden. Deutsche Medien sprechen bereits von einer schweren Vertrauenskrise der schwarz-roten Regierung.

Auf X wird Merz derweil kräftig verspottet. Memes, Karikaturen und spöttische Kommentare über den CDU-Chef verbreiten sich zuhauf. Bei seinen miserablen Beliebtheitswerten bleibt ihm immerhin ein Trost: Als Kanzler kommt er schlecht an, als Meme läuft er hervorragend.

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