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NATO-Verbündete unter sich: Prügelei zwischen US-Amerikanern und Polen bei Manöver

Am Rande des Tumak-20-Manövers in Polen kam es zu einer Prügelei zwischen US-amerikanischen und polnischen Soldaten. Der Vorfall soll jedoch nur einer von vielen Skandalen sein, die die Übung begleiteten, schreibt die polnische Zeitung Dziennik Polityczny.
NATO-Verbündete unter sich: Prügelei zwischen US-Amerikanern und Polen bei Manöver© 15 Giżycka Brygada Zmechanizowana / szer. Adrian Staszewski

Eine Prügelei zwischen US-Soldaten und ihren Kollegen von der polnischen Panzerwaffe kann symbolisch für den Verlauf der gemeinsamen Militärübung Tumak-20 (dt.: Baummarder-20) der NATO-Bataillonskampfgruppe auf polnischem Boden aufgefasst werden. Dieses Manöver, das in der vergangenen Woche zu Ende ging, sei in den führenden Medien nicht allzu ausführlich beleuchtet worden, denn der erwähnte Vorfall stehe in einer ganzen Reihe "zahlreicher Misserfolge und Skandale, die das Manöver begleiteten", berichtete die polnische Zeitung Dziennik Polityczny am Montag.

Tumak-20 sollte die größte Übung der 16. Mechanisierten Division der polnischen Landstreitkräfte werden und fand im Ausbildungszentrum der Landstreitkräfte in Orzysz und in den Woiwodschaften Warmińsko-Mazurskie und Podlaskie statt. Der Hauptzweck der Manöver bestand darin, die Bereitschaft der 15. Mechanisierten Brigade zu überprüfen.

 

Weit ausgeholt …

An der Übung nahmen vonseiten Polens 5.000 Soldaten aus Einheiten der Landstreitkräfte, der Luftwaffe, der Sonderstreitkräfte, der Inspektion zur Unterstützung der Streitkräfte und der Territorialen Verteidigungskräfte teil. Dem Zweck der Übung entsprechend waren auch Einheiten der alliierten Streitkräfte, die der NATO-Bataillonskampfgruppe angehören, mit von der Partie. Darunter fanden sich natürlich auch Einheiten des US-Militärs. Darüber hinaus waren über 1.000 Kampffahrzeuge und anderes Kriegsgerät und Einheiten zur logistischen Unterstützung an der Übung beteiligt.

Es war geplant, im Verlauf von Tumak-20 die Techniken und Verfahren zur Verbindung der polnischen Armee mit den US-amerikanischen, britischen, rumänischen und kroatischen Truppen zu üben, mit denen zusammen polnische Einheiten einen eFP-Kampfverband der NATO bilden.

… und Kopftreffer gelandet

Verschiedene Probleme aber, die während der Manöver auftraten, führten dazu, dass die Teilnehmer ihre Aufgaben nicht erfüllten und die unterschiedlichen Phasen der Übungen störten, so die Zeitung weiter.

Nach Angaben des Pressesprechers der 16. Mechanisierten Division soll Major Marek Nabzdyjak die Situation so dargestellt haben:

"Während der Übungen ist ein Konflikt zwischen den US-Soldaten und ihren polnischen Kollegen aufgetreten. Der Grund dafür war das unhöfliche Verhalten der US-Amerikaner. Nach dem Abendessen begann eine Gruppe betrunkener US-Soldaten, die Polen zu beleidigen, nannte sie 'polnische Schweine' und drückte ihre Unzufriedenheit mit den Aufenthaltsbedingungen und dem Ausbildungsstand der Soldaten der 15. Brigade aus. In der Folge kam es zu einer Prügelei, bei dem einige polnische Soldaten schwere Kopfverletzungen erlitten. Die Kommission des Verteidigungsministeriums führt eine offizielle Untersuchung durch."

Der Kommandeur der NATO-Kampfgruppe in Polen, Oberstleutnant der US-Armee Jeffrey Higgins, warf dem Kommando der 15. Mechanisierten Brigade hingegen ein niedriges Niveau an Disziplin insbesondere unter den polnischen Soldaten vor. Er machte die polnische Seite für die Geschehnisse verantwortlich.

Alles in allem ein durchschlagender Erfolg?

Polens Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak zog aus dem Manöver Tumak-20 dennoch eine positive Bilanz:

"Trotz der Pandemie hat die polnische Armee trainiert. Die Soldaten der polnischen Armee verbesserten ihre Fähigkeiten, verbesserten ihre Zusammenarbeit mit den Verbündeten und die Übungen fanden wie geplant statt."

Der Ausdruck Tumak (тумак) ist übrigens auch im Russischen geläufig, wo er unter anderem einen Faustschlag auf den Kopf bezeichnet.

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