Deutschland

Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn lehnt Wehrpflicht weiterhin ab

Der Krieg in der Ukraine hat auch hierzulande zu einer Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht geführt. Denn seit Aussetzung dieser hat die Bundeswehr mit massiven Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Dennoch lehnt Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn eine Wiedereinführung weiterhin ab. Grund: Der Umgang mit der Ausrüstung sei zu komplex geworden.
Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn lehnt Wehrpflicht weiterhin abQuelle: www.globallookpress.com © Christoph Soeder

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, hat sich trotz des anhaltenden Personalmangels bei der Armee erneut gegen eine Wiedereinführung des verpflichtenden Wehrdienstes in Deutschland ausgesprochen. Die Aufgaben der Truppe hätten sich gewandelt, erklärte Zorn im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Sowohl die Ausrüstung als auch deren Bedienung seien demnach komplexer geworden.

Infolgedessen bräuchten Soldaten deutlich länger, um dies zu beherrschen, so der General. Auch verfüge die Bundeswehr weder über das nötige Ausbildungspersonal für Wehrpflichtige noch über die Infrastruktur, "um eine kurzfristige Wiedereinführung der Wehrpflicht zu ermöglichen". Ferner betonte Zorn mit Blick auf die zunehmend instabile politische Weltlage jedoch: 

"Deutschland war, ist und wird stets in der Lage sein, das eigene Territorium sowie das Bündnisgebiet zu verteidigen."

Laut dem Generalinspekteur sei das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro dabei sehr wichtig. Die Finanzspritze ermögliche es der Bundeswehr, Beschaffungsprojekte parallel anzugehen, die sonst erst nacheinander hätten realisiert werden können. Daneben brauche die Bundeswehr "eine solide kontinuierliche Finanzausstattung, die sich am Zwei-Prozent-Ziel der NATO orientiert".

Mit Blick auf die russische Militäroperation in der Ukraine sagte Zorn, dass die "freiheitlichen Demokratien" nun füreinander einstehen müssten. "Dass ein größerer Nachbar den kleineren angreift oder ihm seinen Willen aufzwingt, darf keine Schule machen." Russland mache "keinen Halt vor ziviler Infrastruktur" und nehme "das Leid der ukrainischen Bevölkerung wissentlich in Kauf", behauptete Zorn. Argumente für seine Anschuldigungen lieferte er keine.

Stattdessen ergänzte der General, dass den russischen Soldaten "tapfer und clever" kämpfende Ukrainer entgegenstünden, die "mit Partisanentaktiken und modernem westlichen Kriegsgerät" den Vormarsch der russischen Truppen verlangsamen würden. Dieser Ansatz werde nach Meinung des Generalinspekteurs vermutlich auch in den kommenden Wochen zu beobachten sein. 

Erst am Samstag hatte das russische Verteidigungsministerium in einer Pressemitteilung über eine dieser ukrainischen "Partisanentaktiken" gegen russische Armeeangehörige berichtet. Demnach habe sich am 31. Juli in der Nähe der Ortschaft Wassiljewka ein Giftstoffeinsatz gegen russische Armeeangehörige ereignet. Mehrere Soldaten seien mit schweren Vergiftungserscheinungen in ein Militärspital eingeliefert worden. Russland warf der ukrainischen Führung daraufhin vor, "Terroranschläge gegen russische Soldaten und Zivilisten" begangen zu haben.     

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